Donnerstag, 5. Januar 2012

Rezension: Die Bestimmung (Veronica Roth)

Offizielle Kurzinfo:

Was ist deine Bestimmung? In einer Welt, in der Loyalität alles ist, kann deine Entscheidung das Leben von Grund auf verändern...

Altruan – die Selbstlosen,
Candor – die Freimütigen,
Ken – die Wissenden,
Amite – die Friedfertigen

Und schließlich Ferox – die Furchtlosen... Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie. Doch der Eignungstest, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Damit gilt sie als Gefahr für die Gemeinschaft. Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht...

Gebundene Ausgabe
erscheint im März 2012 im cbt Verlag
475 Seiten
Preis: 17,99

Die obige Inhaltsangabe gibt eigentlich schon ziemlich genau die grobe Handlung wieder, ich werde aber noch auf 1-2 Details näher eingehen.

Beatrice steht vor der Entscheidung ihres Lebens. Die Welt, in der sie lebt, ist in 5 Gemeinschaften aufgeteilt. Jede dieser Gemeinschaften besitzt eine besonders stark ausgeprägte Charaktereigenschaft, nach derer sich die Mitglieder bestimmen. Beatrice ist bei den Altruan aufgewachsen, ein selbstloses Völkchen, das immer grau angezogen ist und jedem hilft, wo er nur kann. Selbstsucht ist verboten. Doch Beatrice fühlt sich in dieser Welt nicht mehr wohl, sie möchte ausbrechen – und diese Chance bietet sich ihr an ihrem sechzehnten Geburtstag. Sie entscheidet sich trotz der Unklarheit ihres Eignungstestergebnisses für die Ferox, wahre Adrenalinjunkies ;-) Sie stürzen sich von Dächern, haben Tattoos, Piercings und verrückte Frisuren und sind sozusagen die Kämpfer der Nation. Genau das braucht Beatrice – das krasse Gegenteil zu ihrem bisherigen Leben. Wie alle anderen Neulinge auch, muss sie die 30 Tage dauernde Initiation überstehen, eine Aneinanderreihung von Mutproben. Sie muss sich sehr anstrengen, denn nur die Hälfte wird die Tests bestehen, der Rest wird fraktionslos – gleichzusetzen den Aberationen bei „Cassia & Ky“. Doch sie merkt schnell, dass es unter den mutigen Ferox-Initianten auch gewalttätige Jugendliche gibt – und dass eine dunkle Wolke über dem Verhältnis zwischen den Fraktionen aufzieht.... Und was hat es mit Four auf sich, ihrem Ausbilder? Er scheint zu ahnen, dass sie eine Unbestimmte ist – doch das darf niemals jemand erfahren...

Dieser Trilogieauftakt ist ein wahres Meisterwerk! Die Protagonistin ist willensstark, mutig und sympathisch. Wir haben hier kein weinerliches Mädchen, das nicht weiß, was es will, sondern eine starke junge Frau, die ihren Weg zu finden versucht. Müsste man sie vergleichen, würde ich ihr einige Charaktereigenschaften von Katniss zusprechen. Man bewundert sie für ihren Mut, für ihre Ausdauer und für ihr Durchhaltevermögen, denn ganz ehrlich, ICH hätte die Initiation niemals überstanden mit all den nervenzehrenden Aufgaben.

Das tolle an dieser neuen Dystopie ist die völlig neue, wunderbar umgesetzte Grundidee. Die Menschen aufzuteilen nach ihren hervorstechendsten Charaktereigenschaften ist in den mir bekannten Jugendbüchern eine völlig neue Eigenschaft.

Der Roman ist ein psychologisches Wunderwerk. Denn als Leser merkt man ziemlich schnell, dass die Menschen nicht so simpel gestrickt sind, um jede Person in eine bestimmte Schublade stecken zu können. Mir wurde desöfteren bewusst, dass ich Eigenschaften mehrerer Fraktionen besitze – doch nicht ausschließlich eine. Und genau das ist auch das Problem bei dem Konzept, was letztlich auch zu großen Spannungen zwischen den Fraktionen führt. Herrlich durchdacht!

Die Liebesgeschichte steht nicht im Vordergrund, ist aber durchaus vorhanden. Doch auch hier freut es mich sehr, dass wir uns auf die Protagonistin konzentrieren und nicht auf ein vor sich hin schmachtendes Pärchen – das hätte in dieser Geschichte einfach nichts zu suchen. Also: Super!

Ein Riesenpluspunkt ist die Tatsache, dass es einem von der Spannung her gar nicht vorkommt wie ein Auftaktband. Viele laufen langsam an, plätschern zu Beginn vor sich hin und werden gegen Ende langsam spannender, sodass man dem zweiten Band entgegenfiebert. Doch „Die Bestimmung“ ist von Anfang an mitreißend, an keiner einzigen Stelle langatmig und am Ende sogar dermaßen rasant, dass es an den finalen Panem-Band erinnert. Ich kann mir kaum vorstellen, wie das zu toppen sein sollte, doch ich bin voller Hoffnung auf einen fulminanten 2.Teil der Trilogie!

Band 2 erscheint bereits im Mai 2012 auf Englisch („Insurgent“), für die, die den Deutschen nicht mehr erwarten können (so wie ich!).

Abschließend noch das Cover: Es ist ein wahrer Hingucker! Es passt wunderbar zur Geschichte, leider eine Seltenheit bei Jugendbüchern derzeit. Die Bedeutung der brennenden Zeichens erfährt man im Laufe der Geschichte, was das Cover umso toller macht.

Ein durch und durch geniales Buch, dessen Fortsetzung ich wirklich kaum erwarten kann! Ich kann gar nicht anders, ich gebe 5 von 5 Sternen! Sollte Band 2 besser sein, muss ich mir wohl ein neues Bewertungssystem zulegen ;-)

Kommentare:

  1. Ich hab auch gerade eine Rezension zu der Bestimmung online gestellt und bin genauso begeistert wie du :) Konnte dir wirklich in fast allen Punkten zustimmen. Ein wirklich tolles Buch & ein tolle Rezi :)

    Liebe Grüße
    Elle

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  2. Ich mochte das Buch auch sehr :)

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  3. Deine Rezension ist wirklich toll! Richtig umwerfend! Jetzt will ich das Buch wirklich umdedingt haben!
    Nochmals: Großartige Rezension! :D

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  4. Es ist einfach toll :)
    Danke, Celine :) Bin gespannt auf deine Meinung!

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  5. Haha, ich brauch dafür erstmal das Buch! :D Muss wohl noch warten ;) Wenn ich es nicht vom Verlag bekomme, dann wünshc ich es mir zum B-day.

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